Schweden
Es ist März 2009. In Deutschland freut man sich langsam auf den Frühling. Das erste frische Grün erscheint und es wird langsam wärmer.
Wenn man jetzt erzählt, wo man die nächsten 3 Wochen verbringt, kommen hauptsächlich ungläubige Kommentare.
Die meisten Menschen sind halt doch Sonnenanbeter.
Nicht wir. Wir machen uns auf den Weg in den hohen Norden. Unsere Reise führt uns bis nach Jokkmokk im schwedischen Lappland.
Es handelt sich nicht um eine vorgeplante oder sogar vorgebuchte Reise. Wir fahren aufs grade Wohl in das Land, in dem wir uns wirklich wohlfühlen.
Seit unserem ersten Urlaub in Schweden lassen uns das Land und die herzensguten Menschen nicht mehr los. Wir durften damals lernen, dass es auch Gesellschaften gibt, in denen Lebensqualität nicht über materielle Güter oder große Autos definiert werden. Die lebensfrohe Art der Schweden, das Miteinander und die Hilfsbereitschaft haben uns damals wie heute schwer beeindruckt und unsere Sichtweise stark verändert.
Wie erwähnt, fahren wir ohne größere Planung und ohne Reservierung der Unterkünfte nach Schweden.
In Schweden und Norwegen kann man vor allem auf Campingplätzen eine so genannte Stuga (Norwegen: Hytter) mieten. Es handelt sich dabei um kleine Holzhäuschen, die meist für 2-4 Personen ausgelegt sind.
Diese Häuser verfügen über Hochbetten und eine kleine Küche in Form einer elektrischen Kochplatte. Selbstverständlich ist auch eine Elektroheizung darin installiert.
Wir hatten auf unseren Reisen durch Schweden und Norwegen Stugas, die man lieber nur für eine Nacht besuchen möchte und andere, in denen mal am liebsten den ganzen Urlaub verbracht hätte.
Die Preise für eine Übernachtung belaufen sich auf 200-700Skr.
Für unsere Reise im März hatten wir mit Hilfe eines Campingführers Unterkünfte herausgesucht, die max. 200km voneinander entfernt liegen. Da wir ab Dalarna mit Schnee und somit auch vereisten oder zugeschneiten Straßen rechnen mussten konnten wir keine längeren Strecken einplanen.
Schweden ist vor allem im Sommer ein touristisches Reiseland. Daher sind die meisten Campingplätze im März nicht belegt. Wir kennen dies von unseren Oktoberreisen. Auch zu dieser Zeit hatten wir häufiger die Plätze ganz für uns allein. In der Nebensaison sind so gut wie keine anderen Touristen unterwegs. So kam es durchaus vor, dass Campingplätze, die geöffnet waren, nicht mit Personal besetzt sind. In diesem Fall hängt dann an der Rezeption ein Zettel mit einer Telefonnummer. Das schönste Erlebnis hatten wir in Särna, wo ich die Besitzerin des Campingplatzes anrief. Diese sagte mir, wo wir wahrscheinlich einen Schlüssel finden würden und wir sollten doch bitte am nächsten Tag die 200Kr. in den Briefkasten werfen.
Ich finde es wohltuend, dass die Schweden noch vertrauen können und hoffe darauf, dass dies noch lange so bleibt.
DIE FÄHRE
Es gibt mehrere Möglichkeiten, nach Schweden zu reisen. Wenn wir unsere Zeit in Südschweden verbringen, nutzen wir sehr gern die “Vogelfluglinie”. Es ist die schnellste und günstigste Art nach Schweden zu kommen. Man fährt mit der Fähre Puttgarden-Rödby für ca. 55€ in 45 Minuten nach Dänemark, muss dann noch einmal ungefähr 2 Stunden bis Kopenhagen fahren und kann dann über die Öresundbrücke für ca. 36€ nach Mälmö fahren. Für diejenigen, die mehr als zweimal pro Jahr nach Schweden reisen, lohnt sich der so genannte BroPass. Gegen eine jährliche Gebühr von 32€ halbiert sich dann der Preis für die Brückenüberfahrt.
Die Fähre von Travemünde nach Trelleborg bringt Sie recht bequem nach Schweden. Wenn man dazu noch die Nachtfähre mit Kabine nutzt, dann fängt der Urlaub dementsprechend erholsam an. Der Nachteil ist jedoch, dass man mindestens 7 Stunde auf dem Schiff verbringen muss und die Überfahrt (vorallem mit Kabine) ein recht großes Loch in die Urlaubskasse reißt. Da wir im März bis nach Lappland fahren werden, nutzen wir diesmal eine sehr bequeme und kilometersparende Anreise. Wir haben die Fähre der Stenaline von Kiel nach Göteborg gebucht. Es handelt sich um eine Nachfähre, die um 19.00 Uhr ablegt und morgens um 9.00 Uhr in Göteborg ankommt. Wenn man die Distanz von Kiel nach Göteborg rechnet, sparen wir satte 564km je Strecke. Da man um diese Jahreszeit nicht unbedingt im Auto übernachten möchte, hat die frühe Ankunft in Göteborg auch den Vorteil, dass wir am ersten Tag noch ein gutes Stück fahren können bevor wir uns unsere erste Unterkunft – wo auch immer – suchen müssen.