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Warten auf den Eisvogel

Warten auf den Eisvogel

Fotowettbewerb-Sieger Jens Klingebiel geht mit Manfred Delpho auf Fotojagd
Naturfotografie heißt auch Stillsitzen und Warten: Das machten Profi-Fotograf Manfred Delpho und Hobby-Fotograf Jens Klingebiel drei Stunden am Stück. 	Foto: Alexander Göbert

Von ALEXANDER GÖBERT

Schwalm-Eder. Es ist nasskalt an diesem Morgen. So kalt, dass man den Atem sieht. Die Nasenspitzen sind knallrot, die Hände klamm und wer keine Mütze trägt klagt über von der Kälte schmerzende Ohren. Naturfotograf Manfred Delpho aus dem Gudensberger Ortsteil Obervorschütz und Jens Klingebiel aus Baunatal frieren nicht. Sie wissen wie es ist, bei Wind und Wetter in freier Natur zu sitzen und zu warten – oft stundenlang. Die Kleidung ist dementsprechend dick. Auf dem Weg zu dem kleinen Areal am Flüsschen Ems spitzt Delpho plötzlich die Lippen und beginnt zu pfeifen. „Alle Vöglein sind schon da“ trällert er durch die kalte Morgenluft. „Damit er weiß, dass wir kommen. Das mach ich immer so“, sagt er und meint damit den Eisvogel. Die beiden sind auf der Jagd nach dem Vogel des Jahres 2009. Böses führen sie aber nicht im Schilde. Ihre Flinte ist die Foto-Kamera.

Wie oft Delpho, einer der bekanntesten Naturfotografen Deutschlands,  den Vogel schon vor der Linse hatte kann er nicht sagen. Hobby-Fotograf Klingebiel schon: „Noch nie!“

Der Baunataler gewann vor kurzem bei unserem Online-Wettbewerb um das schönste Naturfoto Nordhessen den ersten Platz und einen halben Tag mit dem Profi-Fotografen Manfred Delpho. „Davon träumt doch jeder Fotojäger: Einmal den Eisvogel im Fokus haben“, sagt Klingebiel. Das Warten hat sich gelohnt: Jens Klingebiels Fotoergebnis.Ob ihm der etwa faustgroße und äußerst scheue Vogel an diesem Morgen den Wunsch erfüllt, ist allerdings ungewiss.

Delpho: „Das ist die Natur, die hat ihre eigenen Regeln. Entweder du hast Glück und der Eisvogel lässt sich bereits nach wenigen Minuten blicken oder aber du wartest – Stunde um Stunde.“

Das Interieur in dem tarnfarbenen Zelt mit Tarnnetzüberwurf ist spärlich: Ein Hocker und sonst Nichts. Das einzige was aus dem Inneren nach außen dringt ist Klingebiels Zoom-Objektiv. „Kein Laut und nicht bewegen“, gibt ihm Delpho mit auf den Weg. Das sind die letzten Worten, die man für die nächsten Stunden hört. Es herrscht Stille – beinahe drei Stunden lang.

Um kurz nach elf schlägt Klingebiels Herz plötzlich ein paar Takte schneller. Wie aus dem Nichts ist er plötzlich da.

Kobaltblau schimmert sein Gefieder. Der Hals ist kurz, der schwarze Schnabel lang.  Bis auf die weiße Kehle ist die Unterseite rostrot gefärbt. Groß ist er nicht, geschätzte 16 Zentimeter, dafür aber wunderschön. Etwa eine Minute verharrt er auf einem Ast am Gewässer. Ab und an hört man das leise Verschluss­klicken von Klingebiels Kamera.

Der Vogel hat seine Beute unter der Wasseroberfläche entdeckt und setzt zum Stoßtauchen an. Er stürzt sich schräg nach unten und beschleunigt pfeilschnell mit einem  einzigen Flügelschlag. Als er wieder auftaucht und auf den Ast zurückfliegt, erkennt man den kleinen Weißfisch zappelnd in seinem Schnabel. Dreimal schlägt ihn der Eisvogel auf den Ast. Der Fisch ist tot und im nächsten Moment im Ganzen verschluckt. Nach einer kurzen Gefiederpflege verschwindet er, der Eisvogel, wieder im nebeligen Winterhimmel. „Der Moment wenn der Eisvogel urplötzlich auftaucht ist unbeschreiblich. Ich hatte schon gestandene Männer hier sitzen, die wurden feucht in den Augen“, sagt Delpho.

Als die beiden das Gelände verlassen, beginnt Delpho wieder zu pfeifen. „Jetzt weiß der Eisvogel, dass die Luft rein ist.“ Es ist wieder ganz allein sein Revier.

Eisvogelpirsch mit Manfred Delpho

Es ist kurz vor 9.00 Uhr. Die Temperaturen sind bei fast angenehmen 0 Grad und ich freue mich riesig auf das Treffen mit einem der erfolgreichsten Tier- und Naturfotografen Deutschlands.
Es geht heute auf Eisvogelpirsch.

Was für einen leidenschaftlichen Naturfotografen eine wahre Freude ist, wird für den Normalbürger der blanke Horror sein.  Ich trete meinen Hauptgewinn dick verpackt an. Alle Arten von Thermokleidung im Zwiebelschalenprinzip übereinander angezogen, und eine Heizung für meine dicken Stiefel. Nur so kann man vermeiden, dass man trotz relativ milder Temperaturen zu schnell auskühlt. Immerhin warten auf mich 3-4 Stunden bei gefrorenem Boden im Tarnzelt.

Nach einigen interessanten Telefongesprächen mit Herrn Delpho, ist es mir nun eine große Freude ihn persönlich kennen zu lernen.  Dennoch, für ein ausführliches Gespräch bleibt keine Zeit. Der Eisvogel könnte sich gestört fühlen. Also trete ich meine Zeit im Tarnzelt an.

Ich nutze hierfür meine Canon Eos 5D Mark II mit Canon L 100-400mm und einem 1,4-fach Konverter. Da die Lichtverhältnisse nicht optimal sind, muss ich leider mit sehr hohen ISO-Werten arbeiten.

Und tatsächlich, der Eisvogel kommt und präsentiert sich wärend meiner Zeit zwei mal in seiner ganzen Pracht.

Es gelingen mir wunderschöne Aufnahmen und interessante Video-Clips vom fischenden Eisvogel.

Ich möchte mich in aller Form für den tollen Hauptgewinn, die Möglichkeit der Eisvogelpirsch und für das nachfolgend ausgesprochen freundliche und interessante Gespräch mit Manfred Delpho bedanken!

Eine Diashow meiner Eisvogelbilder gibt es in der Rubrik Wildtierfotografie.

Eisvogel

Eisvogel

Top 10 des Fotowettbewerbs



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Lokales

Die zehn Gewinner des Fotowettbewerbs

Auf vielfachen Wunsch unserer Leser stellen wir hier die zehn Gewinner unseres Fotowettbewerbs noch einmal vor:

Platz eins

Jens Klingebiel

 Platz zwei

Jörg Döringer

 Platz drei

Dirk Doppler

 Platz vier

Gesa Mans

 Platz fünf

Volker Schwalm

 Platz sechs Ilse Matysek






 Platz sieben

Herr Trieschmann

 Platz acht

Andreas Alschinger

 Platz neun

Jürgen Dietzel

 Platz zehn

H.K. Löber

MB-Media Fotowettbewerb


Lokales

Der Gewinner ist…

Unsere Leser haben entschieden: Jens Klingebiel hat
das schönste Naturfoto Nordhessens geschossen

Von ANDREAS BERNHARD


Schwalm-Eder. Lange war es äußerst spannend, doch nun  steht es fest: Jens Klingebiel  ist der Gewinner unseres Online-Wettbewerbs um das schönste Naturfoto Nordhessens. „Meine Freude darüber ist riesengroß und vorallem die Aussicht auf den Hauptgewinn – einen halben Tag mit einem der besten Naturfotografen Deutschlands – ist fantastisch“ freute sich der 38-jährige Versicherungsangestellte, dessen „große Leidenschaft“ die Fotografie ist. Eigentlich, so der Sieger sei das Gewinner-Foto nur einem Zufall zu verdanken. „Denn eigentlich wollte ich im vergangenen Oktober im Tierpark am Edersee die Rothirsche in der Brunft ablichten“, so Klingebiel, „doch dann sah ich die Wisente im Morgennebel“.

Gratulation vom Profi

Gratulation an den Sieger auch von Profi-Fotograf Manfred Delpho, der Jens Klingebiel zu einem seiner Foto-Workshops einladen wird. „Ich habe den Wettbewerb die ganze Zeit über verfolgt“, so Delpho, der sich mit Lob für die Amateure nicht zurück hielt. „Die Qualität vieler Bilder ist sehr, sehr gut“, so sein positives Urteil. Was er allerdings überhaupt nicht mag sind Inszenierungen. „Niemand sollte Wildtiere irgendwo hinsetzen, um sie dann besser ins Bild setzen zu können“, appeliert er. Stattdessen heißt es in der Naturfotografie: Zur rechten Zeit, am rechten Ort zu sein.  Dafür braucht es natürlich viel Geduld und den Blick für den richtigen Moment. Dies gilt insbesondere auch für die Lichtstimmung: „Früh morgens und abends herrschen in der Regel die besten Bedingungen für emotionale Bilder“, so Delpho. Ein Fehler den auch viele machten sei, das Hauptmotiv in die Mitte des Bildes zu setzen. Ein gutes Motiv gewinne, wenn man die Regeln des „goldenen Schnitts“ beachtet, betont der Profi, der diesen und andere Tipps regelmäßig an andere Fotografen weiter gibt.   

Plätze Zwei bis Zehn

Den zweiten bis zehnten Platz belegten: Jörg Döringer (Treysa), Dirk Doppler (Felsberg), Gesa Mans, Volker Schwalm (Schwalmstadt), Ilse Matysek (Schwalmstadt), Herr Trieschmann (Oberbeisheim), Andreas Alschinger, Jürgen Dietzel (Melsungen) und H.K. Löber. Sie alle können sich ab 18. Januar ein handsigniertes Exemplar von Manfred Delphos Fotoband „Unterwegs mit dem Naturfotografen“ bei uns in der Redaktion (Entengasse 7, 34576 Homberg) abholen. Mehr Fotos von unserem Sieger Jens Klingebiel finden Sie übrigens unter der Internetadresse: www.hejhej.eu.

Schneechaos in Deutschland

Seit einigen Tagen gibt es kein anderes Thema mehr in Deutschland. Ab Freitag den 08.01.2010 geht die Welt unter. Was die Schweinegrippe nicht geschafft hat, schaffen nun Massen von Neuschnee. Egal welchen Radio- oder Fernsehsender Ihr einschaltet. Alle sind sich darüber einig, dass wir nur noch wenige Stunden zu leben haben.

Es scheint so zu sein, dass die Menschen in ihrer wohlbehüteten Welt, in der selbst der Schnee TÜV-zertifiziert sein muss und der Schneefall nur nach DIN-Normen erfolgen darf, endlich mal auf wirkliche Abenteuer hoffen. Wie sonst ist die ständige Panikmache noch zu erklären. Ein Angstmacherthema löst das andere ab. Vor etwa 4 Wochen hatten wir die schlimmste Pandemie, die die Menschheit je gesehen hat. Nachdem die Pharmakonzerne sich die Taschen vollgemacht haben, sterben wir noch dieses Wochenende am Schneechaos. Diejenigen von uns, die widererwartend überleben werden, verenden wahrscheinlich in 2-3 Wochen an einer Ziegengrippe, der Pferdeseuche oder es fängt an sinnflutartig zu regnen.

Ist es nur die Lust auf ein bisschen Abenteuer in dieser durch und durch reglementierten Welt oder werden wir systematisch beschäftigt und abgelenkt um die wirklichen Probleme nicht wahrzunehmen?

Was das Schneechaos angeht, werden uns diverse Länder nur müde belächeln. In Schweden können wir im Winter nicht einmal über unser Grundstück laufen. Die meisten Nebenstraßen sind nicht befahrbar, weil man durch den metertiefen Schnee nicht durchkommt und hier fangen die Hamsterkäufe an, weil 10cm Neuschnee erwartet werden….Gute Nacht Deutschland



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Kalender 2010 - Charakterköpfe

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