Fazinierende Bilder aus der Nordvorpommersche Waldlandschaft

Kranich aus der Perspektive eines Kranichei´s

Vor dem blauen Himmel setzen sich noch unbelaubte Baumsilhouetten ab. Plötzlich schiebt sich ein Kopf ins Bild. Schnell erkennt nicht nur der Fachmann: Es ist ein Kranich, der sich scheinbar zum Zuschauer herab beugt und fast mit dem Schnabel den Zuschauer zu berühren scheint. Dann wird klar: Es handelt sich um eine einzigartige Perspektive, die bisher so noch nicht gefilmt wurde. Es ist die Sicht mitten aus dem Nest, die Sicht eines Kranich-Eies. Solche ungewöhnlichen Perspektiven gehören zum Markenzeichen von Jens Klingebiel und Robin Jähne.

Tierfilmer Jens Klingebiel (rechts) und Robin Jähne (links)

Tierfilmer Jens Klingebiel (rechts) und Robin Jähne (links)

Schon seit Januar 2016 sind die erfahrenen Naturfilmer in der fazinierenden Nordvorpommerschen Waldlandschaft unterwegs um einen Imagefilm im Auftrag des Landkreises Vorpommern-Rügen zu produzieren. Der Film soll beeindruckende Wildtieraufnahmen enthalten, die Schönheit der Landschaft und die interessanten kuturellen Stätten aufzeigen.

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In der Nordvorpommerschen Waldlandschaft sind unter anderem Kraniche, Eisvögel, Fischotter, die seltenen Schreiadler und Seeadler zuhause. Diese scheuen und sensiblen Tiere gekonnt in Szene zu setzen, dafür bedarf es sehr große Erfahrungen und detailiertes Wissen über das Verhalten.

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Es ist unsere Aufgabe, die Tiere so perfekt wie möglich zu filmen. Aber ohne die tatkräftige Unterstützung der vielen ortsansässigen Horstbetreuer, Förster und Jäger, könnten wir unsere Aufnahmen nicht realisieren.“ – so Jens Klingebiel. „Wir sind den Helfern unendlich dankbar für die großen Mühen und freuen uns über so viel Engagement. Das ist zwar nicht in allen Fällen gegeben aber wir sind begeistert, dass die meisten, uns und das Projekt sehr unterstützen.“Kranichkueken2

Dabei arbeiten die beiden Filmer nicht nur mit der klassischen Technik, Tanrnzelten und großen Teleobjektiven. Sie entwickeln auch spezielle Kameras, die beispielsweise über Funk ferngesteuert werden können. „Das ermöglicht zum einen eine besondere Perspektive und eine hautnahe Begegnung des Zuschauers mit den tierischen Protagonisten, garantiert auf der anderen Seite aber auch ein Minimum an Störungen und Eingriffen in den Lebensraum. Denn der Mensch, der oft das störende Element ist, bleibt auf großer Distanz“, erläutert Robin Jähne.

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Ihnen gehe es vor allem darum, Menschen zu informieren und für die Natur zu begeistern. Ein Engagement, das bereits mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen gewürdigt wurde. „Dabei ist jeder Dreh immer wieder ein neues Abenteuer, und natürlich geht auch mal etwas schief, die Tiere erscheinen nicht, Marder beißen Kabel durch oder das Wetter macht einen Strick durch die Rechnung“, plaudert Robin Jähne „aus dem Nähkästchen“.

Da freuen wir uns, dass wir allen Wiedrigkeiten zum Trotz mit einigen ungewöhnlichen Kranichaufnahmen aufwarten können, die in den letzten Tagen entstanden sind. Wir führen den Zuschauer sozusagen in die Kinderstube des Kranichs“, so Klingebiel.

Um an die Bilder zu gelangen, tarnten die Naturfilmer unter anderem eine Kamera als Kranichei und schmuggelten es in ein Nest. Der Kranich nahm die Kamera fürsorglich zu seinen anderen Eiern auf und bebrütete sie.

Der Imagefilm soll im Herbst 2016 fertiggestellt werden – und natürlich freuen sich die Filmer über Hinweise uns Tipps, wenn es um ungewöhnliche Beobachtungen in der Natur geht. Mehr über die Dreharbeiten und die Tierfilmer erfährt man im Internet unter www.tierfilmer.info und