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25.1.2010 von admin.
Es ist kalt in Deutschland. Viele Vögel sind dankbar für jede Futterquelle, die sie momentan finden können.
Rotkehlchen, Blaumeisen, Kohlmeisen und natürlich Amseln finden sich sehr schnell an der Fütterung ein.
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25.1.2010 von admin.
Fotowettbewerb-Sieger Jens Klingebiel geht mit Manfred Delpho auf Fotojagd

Von ALEXANDER GÖBERT
Schwalm-Eder. Es ist nasskalt an diesem Morgen. So kalt, dass man den Atem sieht. Die Nasenspitzen sind knallrot, die Hände klamm und wer keine Mütze trägt klagt über von der Kälte schmerzende Ohren. Naturfotograf Manfred Delpho aus dem Gudensberger Ortsteil Obervorschütz und Jens Klingebiel aus Baunatal frieren nicht. Sie wissen wie es ist, bei Wind und Wetter in freier Natur zu sitzen und zu warten – oft stundenlang. Die Kleidung ist dementsprechend dick. Auf dem Weg zu dem kleinen Areal am Flüsschen Ems spitzt Delpho plötzlich die Lippen und beginnt zu pfeifen. „Alle Vöglein sind schon da“ trällert er durch die kalte Morgenluft. „Damit er weiß, dass wir kommen. Das mach ich immer so“, sagt er und meint damit den Eisvogel. Die beiden sind auf der Jagd nach dem Vogel des Jahres 2009. Böses führen sie aber nicht im Schilde. Ihre Flinte ist die Foto-Kamera.
Wie oft Delpho, einer der bekanntesten Naturfotografen Deutschlands, den Vogel schon vor der Linse hatte kann er nicht sagen. Hobby-Fotograf Klingebiel schon: „Noch nie!“
Der Baunataler gewann vor kurzem bei unserem Online-Wettbewerb um das schönste Naturfoto Nordhessen den ersten Platz und einen halben Tag mit dem Profi-Fotografen Manfred Delpho. „Davon träumt doch jeder Fotojäger: Einmal den Eisvogel im Fokus haben“, sagt Klingebiel.
Ob ihm der etwa faustgroße und äußerst scheue Vogel an diesem Morgen den Wunsch erfüllt, ist allerdings ungewiss.
Delpho: „Das ist die Natur, die hat ihre eigenen Regeln. Entweder du hast Glück und der Eisvogel lässt sich bereits nach wenigen Minuten blicken oder aber du wartest – Stunde um Stunde.“
Das Interieur in dem tarnfarbenen Zelt mit Tarnnetzüberwurf ist spärlich: Ein Hocker und sonst Nichts. Das einzige was aus dem Inneren nach außen dringt ist Klingebiels Zoom-Objektiv. „Kein Laut und nicht bewegen“, gibt ihm Delpho mit auf den Weg. Das sind die letzten Worten, die man für die nächsten Stunden hört. Es herrscht Stille – beinahe drei Stunden lang.
Um kurz nach elf schlägt Klingebiels Herz plötzlich ein paar Takte schneller. Wie aus dem Nichts ist er plötzlich da.
Kobaltblau schimmert sein Gefieder. Der Hals ist kurz, der schwarze Schnabel lang. Bis auf die weiße Kehle ist die Unterseite rostrot gefärbt. Groß ist er nicht, geschätzte 16 Zentimeter, dafür aber wunderschön. Etwa eine Minute verharrt er auf einem Ast am Gewässer. Ab und an hört man das leise Verschlussklicken von Klingebiels Kamera.
Der Vogel hat seine Beute unter der Wasseroberfläche entdeckt und setzt zum Stoßtauchen an. Er stürzt sich schräg nach unten und beschleunigt pfeilschnell mit einem
einzigen Flügelschlag. Als er wieder auftaucht und auf den Ast zurückfliegt, erkennt man den kleinen Weißfisch zappelnd in seinem Schnabel. Dreimal schlägt ihn der Eisvogel auf den Ast. Der Fisch ist tot und im nächsten Moment im Ganzen verschluckt. Nach einer kurzen Gefiederpflege verschwindet er, der Eisvogel, wieder im nebeligen Winterhimmel. „Der Moment wenn der Eisvogel urplötzlich auftaucht ist unbeschreiblich. Ich hatte schon gestandene Männer hier sitzen, die wurden feucht in den Augen“, sagt Delpho.
Als die beiden das Gelände verlassen, beginnt Delpho wieder zu pfeifen. „Jetzt weiß der Eisvogel, dass die Luft rein ist.“ Es ist wieder ganz allein sein Revier.
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